Energie- und Klimaschutzatlas (EKS) Brandenburg

Der Energie- und Klimaschutzatlas Brandenburg ist ein webbasiertes Informationssystem zum Ausbaustand erneuerbarer Energien und von Energiesystemen im Land Brandenburg. Er gehört zu den Maßnahmen der „Energiestrategie 2030“ des Landes und ist Leitprojekt unter „Beteiligung und Transparenz“.

Der Atlas liefert Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Politik und Verwaltung Informationen zur nachhaltigen Nutzung verfügbarer Energieressourcen. Abrufbar sind sowohl Fachdaten zu Anlagen erneuerbarer Energien (zum Beispiel Solar-, Bio- und Windenergieanlagen) als auch zu Energietechnologien (zum Beispiel Stromleitungen und Umspannwerke).

Mit Hilfe von Webdiensten und Geobasisdaten der Landesvermessung werden die Fachdaten in interaktive Karten auf Basis der Technologie des BRANDENBURGVIEWER eingebunden und visualisiert.

Der Energie- und Klimaschutzatlas Brandenburg entspricht den Forderungen der Energiestrategie 2030 des Landes zur Transparenz von Planungen und zum aktuellen Ausbaustand der erneuerbaren Energien. Er liefert schnelle und gut aufbereitete Informationen und Orientierungshilfen zur Energieversorgung für Bürger und Fachleute sowie für Politik und Verwaltung.

Das System ist nahezu beliebig ausbaufähig und wird zunächst um statistische Daten und Auswertungen ergänzt.

Informationen über Klimaschutzkonzepte verschiedener Verwaltungsebenen wie auch über die Energie- und Treibhausgas-Bilanzen werden folgen.

Da es sich bei den Fachdaten größtenteils um INSPIRE-relevante GIS-Daten handelt, werden bedeutende Synergieeffekte genutzt. Der Energie- und Klimaschutzatlas ist seit August 2014 im Netz.

Abbildung

 

Themen mit Standortdarstellungen im Kartenteil

  • Erneuerbare Energien (gegliedert nach den genutzten Energieträgern)
  • Biogas
  • Klär- und Deponiegas
  • Anlagen für Holz und andere Biobrennstoffe
  • Windkraftanlagen (in Betrieb, genehmigt, geplant)
  • Rechtskräftige Windeignungsgebiete
  • Sonne (Photovoltaikanlagen): Leistung in den Gemeinden, Kreisen
  • Wasserkraftanlagen

  • Sonstige Energieanlagen
  • Blockheizkraftwerke
  • Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
  • Industrielle Feuerungsanlagen: Große Verbrennungsanlagen (Braunkohle- und Industriekraftwerke, Raffinerie etc.)
  • Aktive Tagebauflächen
  • Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen
  • Umspannwerke 110 kV und höher

  • Klimaschutz
  • Energie- und Klimaschutzkonzepte

  • Geplante Erweiterungen
  • Solarthermie
  • Energiespeicher
  • Stromerzeugung und CO2-Minderung durch Erneuerbare Energien im Land
  • Statistische Auswertungen rund um die Energiestrategie 2030

 

Stromproduktion in Brandenburg

Brandenburg ist traditionell ein bedeutender Stromproduzent und Exporteur, lange Zeit vor allem auf die Braunkohle gestützt. Berlin beispielsweise ist zur Deckung des Bedarfs auf Bezug von außerhalb angewiesen.

In den letzten 10 Jahren hat sich das Bild gewandelt, die Erneuerbaren Energien decken einen stetig steigenden Anteil der Produktion. Die Erzeugung der großen Braunkohlekraftwerke wurde dadurch in ihrer zeitlichen Dynamik verändert, nicht jedoch in der Produktionsmenge. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Bruttostromproduktion und den „Inlandsverbrauch“ Brandenburgs seit 1990. Gesicherte Aussagen zu den Jahren 2012 – 2014 sind derzeit nicht möglich, da die Energiebilanzen dieser Jahre noch nicht vorliegen.

Kernanliegen der Energiestrategie 2030 sind der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die drastische Senkung der CO2-Emissionen. Dabei kommt der Systemintegration Erneuerbarer Energien bei gleichzeitigem Umbau des bestehenden Versorgungssystems ein besonderes Gewicht zu. Die Nutzung der Braunkohle wird als „Brückentechnologie“ betrachtet, die in dem Maße zurückgefahren werden kann, wie die Erneuerbaren Energien eine sichere, wirtschaftliche und akzeptable Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.

Im Diagramm ist die Entwicklung der Stromerzeugung im Land Brandenburg sowie dessen Verbleib und Nutzung im Zeitraum von 1990 bis 2012 dargestellt.

Auf den ersten Blick wird klar, die „Menge“ des produzierten Stroms liegt deutlich über dem Verbrauch des Landes, der Exportanteil ist schon seit 1990 größer als der Verbrauch im Land.

Die grüne Fläche im Diagramm zeigt den kontinuierlich wachsenden Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung, während die konventionelle Erzeugung seit 2000 fast gleich bleibt.

Gut erkennbar ist, dass die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (v.a. Wind, Sonne und Biomasse) rein bilanziell den Energieverbrauch des Landes im Strombereich schon fast komplett abdecken konnte.

letzte Änderung am 23.09.2015