Themenabende "Energiepolitik Brandenburg"

Seit 2010 findet in der Landesvertretung Brandenburgs in Berlin der "Themenabend Energiepolitik" statt. Bei dieser Veranstaltung stehen am Vorabend des Brandenburger Energietages vor allem wichtige Themen der Brandenburger Energiepolitik mit bundesweiter Relevanz zur Debatte.

2010 stand das Thema "CCS" im Mittelpunkt. Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut diskutierte mit Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers und 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Frage, welche Rolle die Option "CCS" im Zusammenhang mit den Anforderungen des Klimaschutzes spielen könnte, wie sich der weitere Weg der Erkundung in Brandenburg in Brandenburg gestalten und welche Sicherheitsanforderungen an einen solche Lösung zwingend gestellt werden müssten.

2011 diskutierten nach einem Impulsreferat von Jürgen Kipp (damals Präsident des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg) Minister Ralf Christoffers, Dr. Frank Fellenberg (Rechtsanwalt), Dr. Eberhard Henne (Bürgerinitiative Gegen 380kV-Leitung in der Uckermark) und Bernd Vogel (OPAL NEL Transport GmbH) mit Jürgen Kipp und einem Auditorium von 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über das Thema "Mehr Transparenz und Beteiligung bei Energieprojekten - Wege zur Akzeptanz".

Die guten Erfahrungen des Unternehmens OPAL NEL Transport bei der Einbeziehung der Betroffenen bei der Planung einer neuen Erdgasleitung durch Brandenburg wurden mit kritisch zu beurteilenden Fällen verglichen, um Konsequenzen für eine optimale Einbeziehung der Interessen von Anliegern geplanter großer Energie-Infrastrukturvorhaben ziehen zu können.

2012 stand das Thema "Die Energiepolitik in Deutschland - Der Blick von außen" zur Diskussion. Vor 90 geladenen Gästen stellte Jürgen Stotz, Präsident des Weltenergierates (Sektion Deutschland) in seinem Vortrag die Energiewende in Deutschland in den globalen Kontext und betonte, dass weniger die Verfügbarkeit weiterer, auch erneuerbarer Energiequellen das zentrale Problem darstellte, sondern dass die größte Herausforderung darin bestünde, die mit einem energiepolitischen Umsteuern verbundene Investitionsvolumina zu aktivieren. Minister Ralf Christoffers wiesauf die Herausforderung "Netzausbau" und die Schaffung und Anpassung geeigneter gesetzlicher und planerischer Rahmenbedingungen hin.

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Christian Hoßbach (DGB Berlin-Brandenburg), dass die Energiewende erhebliche Chancen für den Arbeitsmarkt und regionale Wertschöpfung bieten würde, dass hier aber auf qualitativ hochwerte Arbeitsplätze, Forschung und Entwicklung sowie Qualifizierung von Arbeitskräften großer Wert gelegt werden müsste. Werner Diwald, Vorstand des Energieunternehmens ENERTRAG AG, machte deutlich, dass das besondere Alleinstellungsmerkmal deutscher Unternehmen in der intelligenten Verknüpfung von Erforschung und Anwendung hochkomplexer Energiesysteme bestünde. Einen Wettbewerb um die weltweit preisgünstigsten Solarmodule könnte man am Standort Deutschland gegen internationale Konkurrenz auf Dauer nicht gewinnen. Minister Christoffers hob hervor, dass solche Systemlösungen durch eine Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit forciert werden müssten.

letzte Änderung am 18.09.2012